East London Soccer Girls Turnier 2016

Von Freitag, den 20. bis zum Sonntag, den 22.05.2016 fand das Girls Soccer Turnier in East London, etwa 4 Stunden weit weg von Port Elizabeth statt. In dem privat organisierten Turnier haben insgesamt 10 Mädchen-Mannschaften aus 5 verschiedenen Regionen des Eastern Capes, alle Teams von ASC Göttingen Freiwilligen teilgenommen. Mit dem 12-köpfigen Mädchen Team der Jarvis Gqamlana  haben Sina und ich daran partizipiert.

 Finanziert wurde das gesamte Wochenende inklusive Transport und Verpflegung  für alle 12 Kinder ausschließlich von Euren Spenden! 

Von Links: ich, Sinovuyo, Siphokazi, Zusakhe, Jolanda, Zintle, Lilitha, Anelisa, Asavela,

Likholwa, Bridget und Sina

Vorne: Nomonde und Unam

Am Freitag Morgen ging es dann also los. Die Mädels im Alter von 11 bis 13 Jahren (Grade 5-7) haben Sina und mich schon sehnsüchtig in Empfang genommen. Die meisten waren ziemlich aufgeregt. Ausgenommen derer, die im letzten Jahr schon an einem ähnlichen Turnier mit den ehemaligen Freiwilligen in East London teilgenommen haben, waren nur die wenigsten Kinder einmal in einer anderen Stadt als Port Elizabeth, in der die Mehrheit geboren ist und nie wirklich aus dem Township bzw. aus der Stadt herausgekommen sind, wie uns ein Lehrer erklärt hat. So traurig der Gedanke daran auch ist, umso glücklicher und dankbarer waren die Kinder auf unserem Ausflug. 

Nach der langen Fahrt sind wir dann pünktlich an der A.W. Barnes (auf deren 2 Sportfeldern das Turnier stattfand) in East London angekommen, wo wir unser Zimmer mit gestellten Matratzen ausgerüstet haben. Anschließend ging es los mit der Begrüßung von insgesamt über 100 Kindern mitsamt den Betreuern in Form unserer Freiwilliger aus Jeffreys Bay/ Humansdorp, East London, Berlin, Coffee Bay und natürlich uns aus Port Elizabeth. Um die Kinder bei Laune zu halten haben wir mit allen zusammen Spiele gespielt und abends alle gemeinsam einen einen Film auf Leinwand geschaut. 

Samstag Morgen ging dann das Turnier los. Das erste Spiel war ein Remis (0:0) gegen Coffee Bay I, die am Ende auch das Turnier gewonnen haben. Demnach eine ganz solide Leistung der Mädels, die im nächsten Spiel etwas nachgelassen haben und in einem zwar sehr dominanten Spiel dann leider durch ein Eigentor 1:0 verloren haben. So nahm dann alles seinen Lauf und trotz einem weiteren Unentschieden (1:1) und einem Sieg (1:0) hatten wir keine Aussicht mehr auf die besten Plätze. Trauriger Weise viel Pech dabei gewesen, zudem vielen anderen aufgefallen ist was für eine gut eingespielte Mannschaft wir haben. Naja, am Ende ging es ja auch nur um den Spaß! Ich persönlich hatte auch viel Spaß, nicht nur als Coach meiner Mädchen, der wie ein Guardiola jenseits der "Coaching-Zone" an der Seitenlinie entlang gesprintet ist um Anweisungen und Motivation über den Platz zu brüllen, sondern auch als Schiedsrichter in den anderen Spielen. 

Nach dem  Turnier am Samstag sind wir dann mit den Kindern an den Strand gefahren. Zum Baden war es eindeutig zu kalt, dafür hatten alle Mädchen nasse Hosenbeine als wir mit ihnen zu McDonalds aufgebrochen sind :-D. Ja, McDonalds ruft in unseren Köpfen nur ein Bild von Junk Food hervor, für die Mädchen war es jedoch ein unvergessliches Erlebnis. "If you want to make my kids happy, take them to McDonalds" hat Miss Sokutu, eine begleitende Lehrerin uns erklärt. Naja Fast Food hin oder her, abends haben wir dann eine Disko für alle Kinder in der A.W. Barnes organisiert, in der alle Kinder ihre Tanz-Künste unter Beweis stellen konnten (und ALLE Afrikaner können tanzen, selbst jene die noch keinen Meter groß sind). 

Am Sonntag war für uns dann das letzte Spiel um Platz 7, das wir mit einem klaren 1:0 für uns entscheiden konnten. Nach einer langen Nacht, in der mir der Security Wärter (ein etwas komischer, alter Mann) um 5 Uhr Morgens erklärt hat, wo überall in der Schule eingebrochen wurde und wo Schusslöcher von seinem Revolver, mit dem er nach ihnen geschossen hat sind, nachdem er mich geweckt hatte, um mir einen Schlüsselbund zu geben, war ich sehr müde und auch wieder ein  bisschen froh, zurück in die Heimat Port Elizabeth zu kommen. Nach dem letzten Spiel, dem Finale haben wir dann auch schon wieder den Heimweg angetreten. Beim Spar haben wir am Vortag ein eigens zusammengestelltes Lunch für jedes Kind bestellt, was die Mädchen jedoch auf sich haben warten lassen, da sie unmittelbar nach Aufbruch alle friedlich und kaputt eingeschlafen sind. Auf halber Strecke haben wir einen Halt in Port Alfred gemacht, wo Sina und ich von dem restlichen Spendengeld für jedes Kind ein Eis gekauft haben. 

Wieder daheim in New Brighton haben wir mit unserem Transport jedes Mädchen nach Hause gefahren, da es schon dunkel war. So musste auch ich in Gedanken wieder auf den Boden der Tatsachen zurück kommen, als ich sah, unter was für ärmlichen Bedingungen viele dieser liebevollen Mädchen hausen müssen. 

Desto bedeutsamer ist dieser Ausflug für die Kinder, sowie für mich gewesen.

Ereignisse wie diese sind meines Erachtens immer etwas ganz besonderes, da man mit den Kindern unter ganz anderen Bedingungen interagieren kann, nicht in Schuluniform auf dem Sportfeld der Jarvis oder in einem Smalltalk in den Pausen, sondern komplett frei und privat. Die Kinder lernen dich besser kennen, und so locker und freundschaftlich man in der Schule auch mit den Kindern umgeht, kann man in solchen außerschulischen Aktivitäten noch Beziehungen auf anderer Ebene aufbauen, wie beispielsweise bei den beiden 5. Klässlerinnen Unam und Nomonde (beide wären gerne Jungs und sehen deshalb auch wie welche aus), die in der Schule immer desinteressiert und skeptisch dreinblickend, während und nach diesem Wochenende jedoch immer zu mir kommen wenn sie mich sehen, auch wenn es nur ist um meine Hand zu nehmen und mit mir durch die Schule zu spazieren. 

Es hat mir sehr gefallen, diese Rolle mit großer Verantwortung als Betreuer, aber natürlich auch als Freund und Coach, sowie als Spaßfaktor einzunehmen. Ich bedaure, dass solche Touren sehr kostenintensiv sind und wir daher nur wenige Kinder so glücklich machen können. Alles in allem war das Wochenende absolut gelungen, es hat die Mädchen sowie mich selbst unglaublich glücklich gemacht, teilhaben zu können und es macht meinen Abschied von Südafrika in knapp 2 Monaten noch ein Stückchen schwieriger.

 

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Und sonst so...

Die Bilder zeigen viele verschiedene Erlebnisse aus ganz Südafrika.

Unter anderem unser Roadtrip zum 2. Mal noch Coffee Bay, darunter auch das Haus der Freiwilligen vor Ort, die Wanderung nach Lubanzi und Bulungula.

Ein Bild als wir uns Braids haben machen lassen.

Wunderbare Sonnenauf- und untergänge.

Der welthöchste Bungee Jump von einer Brücke mit Lukas, Malte und Julius.

Urlaub mit meiner Familie, die mich hier besucht hat.

Und zu guter letzt die Athletic Competition, an der Sina und ich sowohl mit der Jarvis, als auch mit der Ben Sinuka Primary School erfolgreich teilgenommen haben. Darüber hinaus haben wir regelmäßig mit der gesamten New Brighton Auswahl verschiedene Disziplinen wie Sprints, Ausdauerlauf, Kugelstoßen, Diskuswerfen oder Weitsprung geübt. Somit konnten einige Kinder Erfolge erzielen und einige Male weiterkommen, bis leider unsere letzten Kinder an der Provincial Competition (vom ganzen Eastern Cape) gescheitert sind. Kurzzeitig überschattet wurde das Ganze von einem negativen Ereignis, als Sina und ich  während des Trainings mit einigen unserer Kinder auf einem Sportplatz im Township von zwei bewaffneten Männern ausgeraubt wurden.

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Etwas Tiefsinnigkeit

In diesem kurzen Blog möchte ich Euch über meine aktuelle Gefühlslage informieren. Knapp 3 Monate bleiben mir noch in diesem wundervollen Land. Mein Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und auch wenn ich oft daran gedacht habe, versuchte ich immer es zu verdrängen, bis wir vergangenes Wochenende auf unserem letzten Zwischenseminar ausführlich darüber geredet haben. Es macht mich traurig, daran zu denken. Meine Arbeit. Die Kinder. Die jubelnden Kinder, lachend mit glücklichen Gesichtern, wenn Sina und ich in eine Klasse kommen, um die Kinder zur Sportstunde zu holen. Das Highlight ihres Tages. Vielleicht sogar ihrer Woche. Sie reißen mir die Tasche mit Sport Equipment aus der Hand damit wir schneller beginnen können, rennen singend und schreiend auf den Sportplatz, wo sie (meistens) schon eine Reihe bilden, damit sie kurz zur Ruhe kommen und Sina und ich sie durchzählen und dann erklären, was für Spiele wir spielen. Genau so, wie wir es ihnen beigebracht haben. Andere Kinder kommen und schauen zu. Sie können es kaum erwarten, bis wir ihre Klasse wieder nehmen. Manchmal helfen sie uns, der Sport ist für sie so anziehend, dass sie daran irgendwie teilhaben wollen, auch wenn wir gerade eine andere Klasse haben. Ein Kommunikationsmittel, das jeder versteht, egal ob man Deutsch oder Xhosa spricht, schwarz oder weiß, groß oder klein ist. Manche Kinder fragen unmittelbar nach ihrer Sportstunde, ob wir sie nicht wieder nehmen können. All diese liebevollen Kinder. Ihre Gesichter werden mir wohl nie mehr aus dem Kopf gehen. 

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Handball Clinic 2016

Am ersten März Wochenende diesen Jahres hat die Continental Handball Clinic stattgefunden. Alle 34 Freiwilligen aus dem ganzen Eastern Cape, also aus Bulungula, Coffee Bay, Berlin, East London, Port Alfred und Jeffreys Bay sind mit ihrem jeweiligen Handball Team zu uns nach Port Elizabeth gekommen, um über ein ganzes Wochenende verschiedene Stationen mit unterschiedlichen Übungen zur Verbesserung der Handball Skills sowie um ein Turnier zu absolvieren. Den Kindern hat es unglaublich viel Spaß gemacht, besonders jene aus der Transkei, die noch nie in einer Großstadt waren und ihre ganzen Freunde zusammen getrommelt haben, um ihnen zu zeigen, dass aus einem Wasserhahn auf Knopfdruck warmes Wasser kommt oder denen manche Freiwillige erklären mussten, was eine Toilette ist und wie sie funktioniert. 

Auch, wenn es für uns Freiwillige viel Arbeit aufgrund der Organisation und schlaflose Nächte wegen beispielsweise der Vorbereitung der Versorgung für die Kinder ab 3 Uhr morgens hieß kann ich sagen, dass es absolut gelungen ist und eine Menge Spaß für uns Freiwillige als auch für die Kinder bedeutet hat. Events wie solche sind immer schöne Gelegenheiten, die Kinder von einer anderen Seite kennen zu lernen und mit ihnen als Art Freunde und als Team zusammenzuwachsen. 

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Silvester in Shorts // Kapstadt

Eine Woche lang habe ich mit meinen Freunden hier in Kapstadt verbracht. Meiner Meinung nach eine der schönsten Städte der Welt, in der wir sehr viel erlebt haben. Unter vielen anderen Erlebnissen hatte unser Auto des öfteren Pannen, so kam es dazu dass wir unterwegs beispielsweise spontan bei einem hilfsbereiten Afrikaner untergekommen sind, den Wagen über einen Highway schieben mussten, da der Seitenstreifen auf einmal aufhörte, eine Polizeieskorte zu einem Wasserfall bekommen haben, da das Kühlwasser undicht war, viele Menschen kennengelernt haben und vieles mehr. Seht euch selbst die Bilder an ;-)

Außerdem habe ich beim Surfen im Wasser einen Hai hinter mir im Wasser gesehen (Ich dachte zuerst ein Delfin, Haie seien aber in dieser Gegend viel typischer gewesen wie ich später erfahren habe). 

Insgesamt hatten wir einen wunderschönen Roadtrip, den ich wohl nie vergessen werde. Außerdem haben wir Freiwilligen als Truppe ziemlich überall wo wir waren, ob Backpacker, Läden oder Tankstellen einen Eindruck hinterlassen (positiv natürlich), sodass sich selbst heute noch viele an uns erinnern und in guter/ lustiger Erinnerung haben.

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Roadtrip Coffee Bay

Anfang Dezember haben die Port Alfred Freiwilligen Malte und Soeren zusammen mit uns P.E. Jungs einen Roadtrip nach Coffee Bay gemacht. Idyllisch schön, wie man den Bildern entnehmen kann. 

Von Coffee Bay aus sind wir dann 4 Stunden lang nach Lubanzi der Küste entlang gewandert, wobei wir auf dem Weg einen tiefen Fluss mit reißender Strömung überqueren mussten. Das war selbst für mich mich 1.95m Größe zu viel, also haben wir uns kurzerhand aus herumliegenden Baumstämmen ein Floß gebaut, worauf wir nach und nach die schweren Rucksäcke herüber transportiert haben. Nach zwei schönen Tagen in Lubanzi sind wir dann mit einem Public Taxi (eine Art berüchtigter Kleinbus, der vorwiegend in Townships fast ausschließlich die schwarze Bevölkerung durch die Gegend fährt) wieder zurück nach Coffee Bay gefahren. Dort hatte ich dann auch meine erste Surfstunde. Es hat erstaunlich gut geklappt und ich konnte oft auf dem Board stehen. Nach einer Woche im nördlicheren Eastern Cape sind wir dann wieder zurück nach Port Elizabeth bzw. Port Alfred gefahren.

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Die Projekte

So! Jetzt habe ich so fleißig über meine Freizeitaktivitäten berichtet, dass man sich als Leser bestimmt schon fragt, was denn die Projekte an den Schulen in New Brighton eigentlich so machen. Natürlich will ich Euch nicht lange zappeln lassen! Einiges habe ich ja zwischendurch schon durchdringen lassen. Im Allgemeinen laufen die Schulprojekte mittlerweile ziemlich gut. Da Sina und ich im Gegensatz zu den anderen Freiwilligen sogar an 2 Schulen, nämlich Montags bis Mittwochs an der Jarvis Gqamlana und Donnerstags und Freitags an der Ben Sinuka Primary School Sport unterrichten, haben sich zu Anfang viele Probleme für uns beide aufgetan. Wir hatten den Eindruck, nicht so richtig den Halt an beiden Schulen zu finden, da wir ja nicht wie die anderen 5 Tage an der gleichen Schule sind. Dieses und viele weitere Probleme haben sich jedoch mit der Zeit gelöst, da sich unsere Sportstunden routiniert haben und wir durch Ansprechpartner an den jeweiligen Schulen nicht nur nette Kollegen lieb gewonnen haben, mit denen wir mehr als nur über das Wetter reden, sondern die uns auch unterstützen und uns bei Fragen oder Problemen immer zur Seite stehen. Ein großer persönlicher Erfolg, durch den ich mich mittlerweile an beiden Schulen sehr gut aufgehoben fühle. Um Euch einen tieferen Einblick in die Geschehnisse an den Schulen zu geben, könnt Ihr nun den Ablauf einer normalen Sportstunde nachlesen:

Sportunterricht: 

Je nachdem, welche Materialien wir mitgebracht haben, variieren die Sportstunden natürlich. Als erstes kommt die Begrüßung, in der wir die Kinder 2 Reihen bilden lassen und dann die Jungs und Mädels durchzählen. Anschließend  machen wir uns warm, indem wir über das Feld laufen und verschiedene Übungen mit Armen oder Beinen dabei machen. Je nachdem, wie groß die Klassen sind (meist etwa von 20 bis 50 Kinder) und wie die Wetterlage ist, teilen wir danach die Gruppe in Jungs und Mädchen, oder spielen zusammen Spiele wie "Fisher, Fisher, how deep is the water?", rennen über das Feld und imitieren Tiere, laufen in einem Viereck aus 4 Hütchen verschiedener Farben umher und rufen Farben, zu denen die Kinder dann laufen, spielen "River/ Rock" oder vieles mehr. Oft machen wir einen Kreis, in dem wir erst einmal "Chackalacka" (an den Händen fassend den "Chackalacka"-Song im Kreis hüpfend singen, bis die Kette auseinander reißt oder die Meisten hingefallen sind) spielen und danach Dehnübungen machen, bei denen lautstark die Sekunden mitgezählt werden. Wenn wir die Gruppen trennen, wollen die Jungs natürlich jedes mal mit mir "Soccer, please soccer" spielen. Nach ein paar Vorbereitungen durch beispielsweise Passübungen folgt dann als Highlight des Tages der Kinder das heiß ersehnte Fußballspiel. Dazu werden größere Steine auf dem Feld für Begrenzungen der Tore zurechtgerückt und Teams gemacht. Da die Jungs sich des öfteren beschwert haben, dass ich Erwachsen bin und deshalb fairerweise nicht mitspielen darf, fungiere ich nun nur noch als Schiedsrichter.

Im Gesamten variiert die Länge einer Sportstunde von etwa 20 - 60 Minuten. Typisch für Afrika ist, dass immer etwas dazwischen kommt und normalerweise nie etwas planmäßig abläuft. So kann es beispielsweise passieren, dass auf einmal kein Wasser mehr aus den Wasserhähnen kommt und wir deshalb die Stunde abbrechen müssen. Außerdem können wir keinen Sport machen, wenn es regnet bzw. geregnet hat, weil die Felder dann unter Wasser stehen, wie ich schon einmal berichtet habe. Dann müssen wir auf einen Klassenraum ausweichen und so etwas wie Tiere imitieren oder Stopptanz spielen. Manchmal bringen wir auch besondere Materialien wie Springseile oder ein Schwungtuch mit, was die Stunden für die Kinder immer interessant hält und sie unglaublich Spaß daran haben. 

Für die Zukunft planen wir, von Spenden feste Holztore für die Schulen zu finanzieren. Eine konkrete Planung werden wir aber noch ausarbeiten.

Computer Lab:

Die Jarvis Gqamlana verfügt über ein Computer Lab, das durch Spenden der ehemaligen Freiwilligen finanziert werden konnte. Da uns Lunga, der Schulleiter gebeten hat, neben unseren Sportstunden auch ein paar Computer Lab - Stunden zu unterrichten, haben Sina und ich uns dazu bereit erklärt, unsere deutschen Grundskills an die Schüler der 7. Klasse weiter zu vermitteln. Doch nicht nur das: Auch für alle Lehrer haben wir kurzzeitig Computer Lab Stunden eingerichtet, denn auch sie wussten gar nicht richtig mit solch einem Gerät umzugehen. Ich werde wohl nicht so schnell vergessen, wie Lunga nach der letzten Computer Stunde von uns Freiwilligen für die Lehrer zu mir kam, sich tausendmal bedankte und meinte: "Thank you so much, bra. You know, in our language,'bra' means brother. So you´re my brother". Und erfolgreich war es allemal. Nicht nur, dass Sina und ich viele Computer durch umstöpseln und anschließen funktionsfähig  gemacht haben und ein Mathe - Lernprogramm auf allen Rechnern installiert haben. Vor allem aber ist es ein so unglaublich schönes Gefühl für mich, wenn ich sehe, dass die Lehrer, die wir noch vor einigen Tagen selber darin unterrichtet haben, nun schon eigenständig ihre Klassen in das Computer Lab führen um ihnen das beizubringen, was Sina und ich ihnen im Schnelldurchlauf vermittelt haben. 

Momentan unterrichten wir also selber nur noch ein Mal die Woche die 7. Klassen in IT-Kenntnissen.

Soccer Girls:

Das Nachmittagsprojekt der Soccer girls hat die Ehemalige Maleen ins Leben gerufen. Sina und ich sind nun dabei, dieses Projekt Dienstags an der Jarvis Gqamlana weiterzuführen. Eigentlich gilt das Angebot nur für die Mädchen der Grade 5 und 6, da die Nachfrage jedoch auch in der 4. Klasse relativ hoch war, haben wir die letzten Wochen alle zusammen trainiert. Für die Zukunft ist jedoch geplant, ausschließlich die 5. und 6. zu nehmen, zumal die Mädchen der 4. Klasse (und nicht nur die) eher für Netball zu begeistern sind.

Schwimmprojekt:

Langsam kommt der Sommer! Da die Jahreszeiten aus deutscher Sicht umgekehrt sind, wird es hier nun langsam aber sicher wärmer. Für uns und die Kinder heißt das somit Schwimmen lernen! In Kwazakhele, dem Township neben New Brighton, meinem Arbeitsort gibt es einen "Pool", also ein kleineres Freibad. Am Freitag hatten wir schon ein Meeting mit dem Verantwortlichen, der uns in unserem Vorhaben unterstützt und uns den Pool bereitstellt. Da die Kinder hier in der Regel nicht schwimmen können, wurde das Schwimmprojekt vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um den Kindern die Angst vor dem tiefen Wasser zu nehmen und vor allem das Risiko des Ertrinken einzudämmen. Demnach also ein sehr wichtiges Projekt. Natürlich soll es aber auch eine Menge Spaß machen und den Kindern eine Abwechslung zum Alltag bieten. Geplant ist, 2 Mal die Woche mit den Kindern im Gepäck das Freibad zu besuchen. Bilder werden dann sicherlich auch noch folgen :-)

Ein für mich sehr beeindruckendes Bild, das zeigt, wie wichtig der Sport für die Kinder ist: Seht Ihr ein Kind, das nicht lacht?
Ein für mich sehr beeindruckendes Bild, das zeigt, wie wichtig der Sport für die Kinder ist: Seht Ihr ein Kind, das nicht lacht?
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Folgen der Apartheid // Wale Watching

Am Donnerstag waren die Port Alfred Freiwilligen Malte und Soeren uns mal wieder besuchen. Mit ihnen kommt immer ein wenig Neues und Abwechslung in die Bude! Wir waren Paintball spielen und sind später zu Freunden nach Motherwell, dem 4. größten Township Südafrikas gefahren, um mit ihnen zu grillen. Eine der besten Erlebnisse/ Erfahrungen hier! Einfach unbeschreiblich schön. Das erste Mal bin ich mit Julius hinten auf der Ladefläche eines Buckys wie richtige Einheimische mitgefahren, wir haben viele Leute kennengelernt und sind gemeinsam mit ihnen allen (etwa 15 Leute) in 2 Autos (!) in einer Taverne feiern gegangen. Die Menschen hier sind sehr freundlich und vor allem in etwa unserem Alter bzw. etwas älter habe ich viele einheimische Freunde. Trotzdem merke ich, wie sehr manche Menschen noch von der Apartheid gezeichnet sind. Umso mehr war ich erschrocken, dass ältere rassistische Schwarze uns Weißen dort, mitten im tiefsten Township in der Bar böse Blicke zugeworfen haben oder sehr betrunken versucht haben, tiefsinnige Gespräche über die Vergangenheit zwischen Schwarz und Weiß in Südafrika mit mir anzufangen. Dazu lässt sich jedoch sagen, dass so etwas seltener vorkommt und wenn vor Allem bei der älteren Generation, die noch hautnah die Apartheid miterlebt hat. Viele ältere Menschen sind uns gegenüber jedoch auch sehr offen und winken einfach wenn wir vorbeifahren oder zeigen uns einen Daumen, ein gängiger Gruß und Zeichen der Wohlgesinnung, der in jeder Altersklasse täglich bzw. minütlich verwendet wird. Andersrum kommt es jedoch häufiger mal vor, dass man die Abneigung von Weißen (meist Afrikaans) gegenüber Schwarzen zu spüren bekommt. Soll nicht heißen, dass jeder Afrikaans rassistisch ist, trotzdem ist es vor allem beim Feiern gehen öfter mal dazu gekommen, dass es größere Meinungsverschiedenheiten mit anderen Weißen in Bezug auf den Umgang mit Schwarzen gab, was mich gelegentlich sehr wütend macht. Für mich persönlich hoffnungslose Fälle.


Wie dem auch sei, am nächsten Tag sind wir dann nach Jeffreys Bay gefahren, um mit den 4 Freiwilligen von dort zum Wale-Watching zu gehen. Zu Anfang haben wir sehr viele Delfine gesehen, die teilweise direkt neben unserem Boot aus dem Wasser gehechtet sind. Einen kleinen Hai durften wir auch sehen, als ein vorbeifahrender Fischer ihn uns als Beifang herübergeworfen hat. Nach einer kurzen Begutachtung haben wir ihn dann wieder in die Freiheit entlassen. Es kommt wohl öfter vor, dass man einen schlechten Tag erwischt und keine Wale zu Gesicht bekommt. Doch wir hatten das Glück, nicht nur viele, sondern auch 2 Wale aus unmittelbarer Nähe (ca. bis auf 10 Meter) beobachten zu können. Auch wenn nur ein kleiner Teil der Wale über der Wasseroberfläche zu sehen war, war es atemberaubend, solch interessante und riesige Tiere so nah zu sehen. Schöne Bilder werden sicherlich noch folgen ;-)

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Heritage Day

Gestern, als wir uns zuhause, erschöpft von der Schule ausgeruht haben, wurde unser alter VW Golf gestohlen. Wir wohnen schon in einer besseren Gegend, umso mehr überrascht es mich, dass die erste richtige Auseinandersetzung mit Kriminalität in Südafrika hier vor unserer Haustür und nicht im Township geschieht. Glücklicherweise haben wir einen Ersatzwagen bekommen, einen noch älteren VW Fox. So konnten wir heute an einem wunderschönen Tag in die Schulen fahren, um den Heritage-Day zu zelebrieren. Wir Freiwilligen waren alle an der Lamani Primary School zum Festessen eingeladen, wo extra für diesen Feiertag eine Kuh geschlachtet wurde. Danach gab es eine Reihe von Aufführungen aller Klassen. Ich bin glücklich, dass ich so etwas erleben darf. Die Kinder haben gemeinsam gesungen, dazu Trommeln gespielt, geklatscht und getanzt. Gänsehautfeeling! Die Kinder und Lehrer waren traditionell gekleidet und geschminkt. Wir wurden natürlich auch geschminkt. 

Später sind Sina und ich zu unserer, der Ben Sinuka Primary School rübergefahren, wo ebenfalls der Heritage Day und die Meisterschaft der weiblichen Tag-Rugby (Mann)schaft gefeiert wurde. In einer Rede vor allen Schülern und hohen Vorsitzenden und Sponsoren und (sogar) einem Kamerateam wurden Sina und ich vorgestellt und für unsere Dienste an der Schule gelobt. Ein sehr schönes Gefühl. Anschließend gab es wieder ein leckeres Festessen. So könnte jeder Tag ablaufen!

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Die letzten Tage waren relativ trist. Die Sonne war nur ganz selten mal draußen und sonst hat es ziemlich stark geregnet. Hier in Afrika haben wir zwar Winter, doch so eine lange Regenperiode habe ich nicht erwartet. Die "Sportfelder" der Schule waren komplett überflutet, sodass Sina und ich auf einen kleinen Klassenraum ausweichen mussten, in dem wir mit knapp 40 Kindern und entsprechendem Lärmpegel spontan Spiele gespielt haben. Ich habe meine kleine Musikbox mitgenommen und wir haben mit den Kindern Spiele wie "Reise nach Jerusalem", Stopptanz oder ein Dancebattle gemacht. Man könnte sagen: "typisch Afrika", doch selbst auf Videos kann man nicht spüren, wie energiereich, voller Freude und Selbstbewusstsein sich die Kinder inmitten von jubelnden Mitschülern zur Musik bewegen und einem deutschen Freiwilligen die Kinnlade herunterklappen lassen. Die Nachmittage waren dann wieder relativ langweilig, bei so starkem Regen lässt sich - wie gewöhnlich - nicht viel anfangen, doch nachmittags sind wir wieder zu den Vikings und haben uns dort sportlich ausgetobt.


Am Wochenende war es dann super warm, Die Viking-Handballer hatten ein Turnier und ich habe sie gemeinsam mit Tieni und Karo von der Tribüne aus tatkräftig unterstützt. Vielleicht rede ich zu oft von einer unbeschreiblichen Atmosphäre, aber glaubt mir, als die "Mamas" (meist korpulentere, schwarze Frauen mittleren Alters) auf einmal aufgestanden sind und angefangen haben zu singen und im Takt in die Hände zu klatschen, verspürte ich Gänsehaut überall auf meinen Armen und dieser Sog von Lebensfreude hat mich förmlich gepackt, sodass ich mich Momente später unter einer Masse singender Mamas, Handballspieler und deutscher Freiwilliger wiederfand. Unbeschreiblich. 


Gestern, beim Vikings-Training ging es für mich persönlich dann wieder bergab, als ich beim Aufwärmspiel Fußball zu hart in den Zweikampf gegangen bin, sodass mein Gegner und ich zu Boden gefallen sind und ich mit meinem Handgelenk auf den harten Betonboden der Halle geknallt bin. Als ich meine Hand heute morgen nicht mehr bewegen konnte und ziemlich starke Schmerzen verspürt habe, haben wir beschlossen, mich zum Arzt zu bringen. Dieser hat erst einen Bruch vermutet, später beim Röntgen hat sich jedoch herausgestellt, dass nur ein Knochen angesplittert ist. Auf einen Gips wollte ich verzichten, eine Bandage mit Halterung muss ich jedoch noch tragen, bis es wieder vollständig verheilt ist. Mittlerweile geht es schon viel besser, bis es ganz verheilt es dauert es wohl noch ein paar Wochen, für mich auf jeden Fall viel zu lang.


In diesem Absatz wollte ich mich noch kurz für den Kommentar auf vergangenem Blog bedanken, ich habe mich wirklich sehr gefreut und konnte mich dadurch noch mehr motivieren, meine Internetseite mal wieder auf Vordermann zu bringen. Ich freue mich natürlich weiterhin immer über Rückmeldungen oder Kommentare.

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Die er(n)sten Tage

Gestern, am Donnerstag hatten Sina und ich unseren 1. richtigen Arbeitstag an der Ben Sinuka School. Zuerst hatten wir die grade r (Vorschüler), dann die 1st grade, die schon einiges mehr an Englisch verstanden haben (und dennoch nicht viel) und dann die 2A. Es war wirklich sehr anstrengend, den Kindern mit Gesten und einigen englischen Wörtern den Sport durch Spiele und Übungen näher zu bringen, trotzdem hat es Spaß gemacht, unter anderem weil die Kinder wirklich echt süß sind. Zumal ich noch Muskelkater vom Abend zuvor hatte, an dem Julius, Esther, Tieni und ich mit den Vikings trainiert haben. Die Vikings sind ein 2003 gegründeter Handballverein und amtierender südafrikanischer Meister. Dieses Jahr streben sie die afrikanische Meisterschaft an, sie konnten ihn bisher jedoch noch nicht für sich gewinnen, weil sie die Fahrtkosten zu den Austragungsorten irgendwo in Afrika nicht leisten konnten. Dieses Jahr findet die Meisterschaft in Südafrika statt, wo auch die Freiwilligen Julius und Esther mitspielen werden. Tieni und ich sind zwar Fußballer, machen aber trotzdem immer das Training der P.E. Vikings mit. Gestern sind wir dann wieder mal mit dem alten VW Golf (wirklich alt) in das New Brighton Township gefahren. Es war schon dunkel aber mit 2 Jungs ist man relativ "sicher" in einem Auto im Township. Doch dann ist es passiert: in einem Kreisel hat auf einmal die Batterie den Geist aufgegeben. Mitten in der Gegend, in der einem das Gefühl eines jeden gesunden Menschenverstandes die rotesten Alarmglocken aufleuchten lässt. Ein wenig panisch haben wir in der Dunkelheit den erfahrenen Kristof angerufen, mit dessen Tipps wir den Wagen glücklicherweise mit anschieben wieder zum Laufen bringen konnten. In der Zwischenzeit sind einige zwielichtige Gestalten vorbei gelaufen, die mich das Pfefferspray in meiner Tasche fester umklammern ließen. Normalerweise sind wir nie bewaffnet, es gibt einem jedoch wenigstens ein bisschen das Gefühl von Sicherheit. Da viele Polizisten dort mit Maschinengewehren ausgerüstet sind und einem die Geschichten der Einheimischen einen nach dem anderen Schauer über den Rücken jagen wird man immer wieder daran erinnert, wie gefährlich diese Gegend in der Realität ist. Als wir endlich kurz vor der Halle der Vikings angelangt waren, ist der Wagen schon wieder abgeschmiert. Julius ist in die Halle gelaufen, um ein paar Vikings zur Hilfe zu rufen, während ich bei den Mädchen im Wagen geblieben bin. Ein paar Minuten später sind etwa 20 schwarze junge Männer von allen Seiten angerannt gekommen. Es waren die Vikings, die sofort nach Julius Alarmierung angelaufen kamen. Ich denke, sie waren ein wenig amüsiert darüber, dass wir etwa 50 Meter vor dem Parkplatz so in Panik verfallen sind, weil sie wohl davon ausgegangen sind, dass wir irgendwo mitten im Township stecken geblieben sind. Die Port Elizabeth-Viking-Handballer sind wirklich lieb, einige Freunde habe ich dort schon gefunden. Mit Ace und Sam haben wir sogar schon am Wochenende (abends) Aktivitäten unternommen. Die lustige und sympathische Art und Weise mit ihnen zu interagieren kann auch dem miesesten Menschen ein Lächeln zaubern.

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Ankunft in Port Elizabeth

Heute bin ich den 3. Tag hier in Port Elizabeth in Südafrika. Mit dem Flug und der Reise hierher hat alles reibungslos geklappt. Gestern waren wir frühstücken und wurden von den Ehemaligen, Kristof, Arne und Johanna in der Stadt herumgeführt. Man geht hier allgemein ziemlich oft Essen, weil es für deutsche Verhältnisse echt preiswert und das Essen wirklich immer super ist! Mit Julius habe ich dann erst einmal die vielen verschiedenen Biersorten ausgetestet. Als ich mich dazu motivieren konnte, die Schränke in meinem kleinen einstelligen Quadratmeter-Zimmer mit meinen Klamotten zu füllen, war ich irgendwie glücklich, weil das hier, Südafrika mein neues Zuhause für 12 Monate sein wird! Irgendwie unglaublich. Heute sind wir das erste Mal in das New Brighton Township gefahren, um bei den Schulen vorgestellt zu werden. Ein komisches Gefühl, eigentlich hatte ich mir ein Township anders vorgestellt, es gibt richtige Straßen, Supermärkte, Bars und Häuser mit Gartenzäunen und Autos, als wir jedoch tiefer hineingefahren sind habe ich hautnah miterlebt, wie Menschen in unglaublicher Armut in ihren wortwörtlichen Wellblechhütten hausen müssen. Als wir schließlich in der Schule angekommen sind, war ich überwältigt. Es ist unbeschreiblich, wie viel Energie und Freude in den Kindern steckt und wie freundlich und liebevoll die Menschen hier sind. Die Kinder haben sehnsüchtig auf uns gewartet, uns die Tore für die Autos geöffnet und uns umarmt, als wir ausgestiegen sind. Man kann es nicht in Worte fassen, aber ich musste die ganze Zeit über beide Ohren grinsen, weil dieses positive Lebensgefühl der Afrikaner einfach ansteckend ist.

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